Erleben Sie die Bergvölker in Nordthailand

Wenn Sie eine Rundreise durch Nordthailand antreten, steht ein Highlight fast immer mit auf dem Programm: der Besuch der Bergvölker und Bergdörfer. Hierbei treffen Sie auf Menschen, die heute noch wie in einer eigenen Welt leben. Sie tragen ihre eigenen Trachten, sie sprechen ihre eigenen Sprachen und natürlich sie leben weitgehend ihre eigene Kultur. Doch keine Sorge, auf Ihrem Thailand Urlaub sind Sie stets ein gern gesehener Gast in den Bergdörfern. Und das nicht nur aus dem Grund, dass die Bergvölker ihre Kunsthandwerkserzeugnisse an Sie verkaufen wollen, sondern Ihnen auch einen Eindruck geben möchten, wie sie leben. Zudem – das sollten Sie sich unbedingt merken – lieben diese überaus freundlichen und offenen Menschen Süßigkeiten und Bonbons über alles. Das hilft oftmals bei Preisverhandlungen über die Kunstgegenstände, die Sie gerne kaufen möchten.

Nordthailand – weiße Elefanten und Bergvölker

Ja, der Norden Thailands ist landschaftlich mehr als ein Erlebnis. Er ist eine echte Offenbarung. Eindrucksvolle Berge, Wasserfälle, wie sie malerischer kaum sein können, die Wiege Thailands mit der buddhistischen Geschichte des Landes und des Königreiches Siam und eine Natur, die Sie als Thailand Urlauber sofort be- und verzaubern wird. Nicht umsonst ist Nordthailand eine der beliebtesten Urlaubsdestinationen weltweit. Sie erleben in dieser Region ein Kontrastprogramm, wie Sie es sich besser kaum wünschen können. Eine Rundreise durch Nordthailand, bei der Sie Bergvölker und ihre Bergdörfer erleben, bilden den perfekten Rahmen für einen abschließenden Urlaubspart auf Phuket oder Koh Samui. Erleben Sie die Bergvölker, so ist das wie die Reise in einer Zeitmaschine und wollen Sie sich diese Chance tatsächlich entgehen lassen? Vergangenheit erleben und leben – das klappt im Norden Thailands vorzüglich. Doch wer sind die Bergvölker und wie sehen ihre Ursprünge aus?

Die Bergvölker in Nordthailand – ein Leben abseits der Gesellschaft?

Bergvolk im norden von ThailandÜber Jahrhunderte lebten die Bergvölker im Norden Thailands ein Leben abseits der Gesellschaft der restlichen Thai. Auch ihre Sprachgruppen wurden nicht zugehörig zur thailändischen Sprache gezählt. Selbst die Staatsangehörigkeit war ihnen verwehrt und sie befanden sich in einem “Duldungsstatus” im Land. Und das gleich für eine Bevölkerungsschicht, deren Zahl sich auf 500.000 bis zu einer Million addiert, die in circa 15 unterschiedlichen Stämmen ihre Heimat finden. Doch durch was unterscheiden sich die Bergvölker von Thai – neben der Sprache und den Lebensgewohnheiten?

Der große Unterschied liegt beispielsweise darin, dass die Bergdörfer nicht den Buddhisten angehören. Hier hat sich in religiöser Hinsicht das Urwüchsige gehalten. Es wird an Geister geglaubt – nicht, dass die buddhistischen Thai nicht abergläubisch wären! – eine Glaubensrichtung, die als “Animismus” bezeichnet wird. Sie haben, wie die “alten Römer” unterschiedliche Götter vor der Christianisierung, “einen Geist für jede Gelegenheit”. Waldgeister, Wassergeister, Feldgeister, Erdgeister, Hausgeister, Schutzgeister – einmal das ganze Paket. Plus auf der Natur basierende Rituale zur Brautwerbung, die dem Tierreich entliehen sind, spezielle Zeremonien zur Stärkung der Fruchtbarkeit und Tänze, die animistischen Ursprung haben. Ist das bei allen Bergvölkern so? Nein, denn es gibt tatsächlich auch Christen, die sich beispielsweise bei den Akha oder dem Karen Volk finden.

Diese Völker konnten sich ihre Traditionen über die Jahrhunderte bewahren, die sich in der eigenen Sprache, der eigenen Kultur, der Religion, der Kleidung und nicht zuletzt auch in der Ausübung des Kunsthandwerks zeigen. Doch auch hier “nagt der Zahn der Zeit”, was es sinnvoll macht, in absehbarer Zeit dieses urtümliche Nordthailand zu besuchen: die Bergvölker adaptieren immer mehr den Liftstyle der restlichen Thai. Die ehemals unwegsamen Gebiete des Norden Thailands werden immer besser erschlossen, wodurch sich besonders die Jugendlichen nicht mehr schwer tun, dem Bergdorf “zu entfliehen”. Hier wird dann das Urtümliche mit der Thai-Lebensart und westlichen Einflüssen vermischt.

Bergvölker in Nordthailand – wo kommen sie her?

Die Bergvölker haben zwar eine Tradition, die Jahrhunderte zurück reicht, aber so lange leben sie nicht im Norden Thailands. Vor rund 200 Jahren machten sich die ersten Menschen auf in diesen Bereich von Nordthailand einzuwandern und im 2. Weltkrieg erhielt diese Bewegung nochmals einen massiven Schub. Ursprünglich stammen diese Menschen aus Gebieten in Myanmar, aus dem Süden Chinas und aus Laos. Die meisten der Bergvölker finden ihre Vorfahren in den ungastlichen Gebieten des Hochlandes von Tibet. Doch sind diese Menschen der Regierung Thailands ein Dorn im Auge? Ganz im Gegenteil! Regierung und Königshaus arbeiten hier Hand in Hand, um über viele Entwicklungsprojekte das Leben der Bergvölker angenehmer zu gestalten, ohne dass sie ihre Heimat verlassen müssen. Das Land wird kultiviert, es werden Bewässerungssystem geschaffen und der ökologische Waldbau ausgebaut und Schulen für die Kinder eröffnet. Alles unter der Prämisse, dass diese Bergvölker sich nicht in den “Moloch” der Großstädte bewegen müssen, wollen sie einen Hauch an Annehmlichkeiten genießen. Doch wer sind sie nun, die Bergvölker im Norden Thailands? Das schauen wir uns nun genauer an.

Shan (Thai Yai)

Der Volksstamm der Shan, die Thai Yai genannt werden, was “große Thai” bedeutet, haben einen ähnlichen Ursprung wie die Thailänder oder Siamesen selbst. Hatte dieses Volk seine ehemals angestammten Plätze im Osten von Burma, so leben sie heute eher in Thailand und bilden neben den “Ur-Thai” die größte ethnische Gruppierung. Da die Shan in Burma oft Unterdrückung erfahren haben und noch erfahren, wandern sie nach Thailand ab und arbeiten hier in der Landwirtschaft, auf dem Bau, im Hotelbereich, als Hilfspersonal auch in den Häusern und, leider gibt es auch diese Seite, als Prostituierte. Ein Drama, wenn man bedenkt, dass die Shan schon vor rund 2.700 Jahren aus China nach Thailand gezogen sind. Was die Religion angeht, sind die meisten Shan Buddhisten, aber es finden sich ebenso Hinduisten, Animisten oder Muslime unter ihnen.

Das Volk der Karen (Kariang, Yang)

Das Volk der Karen, mit rund 300.000 Menschen die zweitgrößte ethnische Volksgruppe der “Bergvölker”, findet sich an der Grenze Thailands zu Myanmar und in Zentralthailand. Ihre Ursprünge haben sie im Gebiet von Tibet. Darum gehört ihre Sprache auch zu den sino-tibetischen Sprachen.
Die Karen sind absolut naturbezogen und so ist es kein Wunder, dass der Schamane eine zentrale Rolle im Leben und im Dorf einnimmt. Häufig ist er sogar der “Dorfvorsteher”, denn ihm obliegt es, Rituale für das dörfliche Wohlergehen und die Fruchtbarkeit der Bewohner vorzunehmen. Was die Religion angeht, haben nach ihrer Zeit in Burma viele Karen den christlichen Glauben adaptiert. Ist als das Volk der Karen eine “homogene Masse”? Nein, denn sie unterteilen sich in vier Untergruppierungen: rote Karen, Pou, Karen Sakau und Pa-O.

Die Padong (Padaung Karen)

Die Padong gelten, wie ihr Name Padaung Karen sagt, ebenso weitestgehend zur Gruppe der Karen. Die Padong Karen werden auch “Langhälse” genannt und warum das so ist, erfahren wir auch gleich. Ihren Lebensbereich haben die Padong an der Grenze zu Myanmar – im Gebiet von Mae Hong Son. Doch wieso nennt man sie nun “Langhälse”? Weltweite Berühmtheit haben sich die Padong durch ihre “Langhals-Frauen” verschafft. Dabei gehen die Frauen her und strecken ihren Hals durch den Einsatz von Metallringen aus Messing gewaltig. Dieses Prozedere beginnt bereits im zarten Kindesalter von fünf Jahren. Schon ganz junge Mädchen erhalten die Messingringe um den Hals gesteckt, damit der Hals gestreckt wird. Jahr für Jahr wird ein weiterer Ring um den Hals gelegt. Je mehr Ringe eine Frau am Hals trägt, desto größer wird ihr Ansehen in der Familie und in der Gemeinschaft des Dorfes. Länge zählt.
Der Rekord bei den Padong soll bei sage und schreibe 40 Zentimetern an Halslänge liegen, die eine Frau erreichen konnte. Nicht selten schleppen die Padong-Frauen so knapp 10 Kilo an Zusatzgewicht mit sich rum – das sind 40 Pakete Butter! Doch wieso machen die Frauen das? Das Ritual ist, wie so oft, aus einer Legende geboren worden. In grauer und rauer Vorzeit hieß es, das Tragen der Ringe würde die Frauen vor dem Biss des Tigers schützen, der früher gerne einmal als “Maneater Tiger”, menschenfressender Tiger, das Umland durchstreifte. Eine andere Theorie ist, dass man die Frauen mit der Maßnahme für Sklavenhändler, die zu Zeiten der Sklavenhaltung und des Sklavenhandels in Südostasien stets auf der Suche nach jungen Mädchen waren, unattraktiv machen wollte. Was auch immer der Ursprung ist, es hat den Padong weltweite Bekanntheit eingebracht.

Die Akha (I-Kaw)

Die Akha, die auch I-Kaw genannt werden, entstammen wie so viele Bergvölker dem tibetischen Hochland. Rund um Chiang Rai und Chiang Mai finden wir rund 20.000 Menschen, die diesem Volksstamm zuzuzählen sind. Und auch hier sind wieder die Frauen das herausstechende Merkmal des Bergvolkes. Sie zeichnen sich durch prächtige Kopfbedeckungen aus, die mit Kugeln und Silberknöpfen verziert sind. In den Farben der Frauentracht dominieren die Farben Blau und Schwarz, die aber mit aufwendigen Stickereien, mit Schmuck und mit Stoffstreifen “gepimpt” werden.
Die Akha gehören zu den Animisten und das macht sich daran fest, dass jedes Dorf das eigene Dorftor als Schutz gegen die Bösen und das Böse sieht. Jahr für Jahr wird das Tor neu gestaltet, bzw. neu gebaut. Die Figuren, die ins Tor geschnitzt sind, sollen das Böse abhalten, ins Dorf einzudringen und so die Bewohner schützen. So kunstfertig die Akha sind, so arm sind sie auch. Aktuell leben sie primär von der Feldbestellung – es wird Gemüse und Mais gezogen – aber auch von der Viehzucht. Freilaufende Hühner, Schweine und Rinder sind hier keine Seltenheit.

Bergvolk Thailand Frau bei der ArbeitDie Mon (Talaing)

Die Mon, die auch als Talaing bekannt sind, finden sich bevorzugt in der Gegend von Kanchanaburi, aber auch in Bangkok. Sie siedelten in den Mündungsregionen des Saluen und das Sittang. Diese ethnische Gruppe hat seit Jahrhunderten ihren Platz in Myanmar und in Thailand.

Die Lahu (Musur)

Die Lahu, auch Musur genannt, stammen aus der Region von Tibet und Südchina. Den Weg nach Thailand, damals noch Siam, fanden sie auf Umwegen über Burma, Laos und Vietnam. Die Lahu definieren sich seit Urzeiten über aktiven Handel mit den Thai, die in den Tälern leben. Waren sie früher eher dem Animismus zugetan, wurden viele von ihnen zwischenzeitlich christianisiert.

Die Lawa (Lua)

Bei den Lawa (oder auch Lua) handelt es sich um die Urbewohner diverser Bergregionen, die schon seit Urzeiten in Thailand angesiedelt sind. Sie verbinden ihren ursprünglichen Glauben an die Geister wie auch die Ahnen geschickt mit dem vorherrschenden Buddhismus. Das macht sie den Thai sehr ähnlich. Die Lawa sind ausgewiesene Naturliebhaber, die einen sorgsamen Umgang mit der Natur pflegen, wenn sie ihre Reisterrassen bewirtschaften.

Die Hmong (Meo)

Die Hmong (auch als Meo bekannt) finden sich in weiten Teilen von Südostasien. Vietnam, Yunnan, Laos – überall dort finden wir Hmong, die zur den Meo-Yao Zweigen gehören. Ihre Zuwanderung nach Siam/Thailand fand im 18. nachchristlichen Jahrhundert statt und sie kamen aus dem Süden von China. Als Zwischenland wurde Laos ausgewählt, bevor es ins heutige Thailand ging. Mit rund 80.000 Menschen, die vorzugsweise in den Bergen leben, bilden sie das zweitgrößte klassische Bergvolk.
Gerade die älteren Frauen fallen stark auf, denn sie tragen einen Turban, Hosen und Schürzen, die bunt bestickt sind. Die Hmong zeichnen sich durch ihre großen Familienverbünde aus. Das gründet darauf, dass die Söhne nach der Heirat in der Familie verbleiben und mit der Frau sowie die Eltern leben. Natürlich leben auch die Enkel mit den Großeltern zusammen und das kann sich summieren, denn den Männern der Hmong ist es erlaubt mehrere Frauen zu haben.

Heute sind die Hmong als wandernde Hochlandreis-Bauern bekannt, den sie in den Bergen von Nordthailand anbauen. Früher waren sie eher dem Anbau von Opium zugetan, denn die Nähe zum “Goldenen Dreieck” sorgte dafür, dass Schlafmohn hoch im Kurs stand. Dem hat die Regierung einen Riegel vorgeschoben und die Hmong haben sich dem angepasst.
Die Hmong gelten nicht nur als ausgesprochen geschäftstüchtig unter den Bergvölkern, sondern auch als ausgesprochen intelligentes Volk. Wenn man alleine die zahllosen Dialekte sieht, die es zu beherrschen gilt, ist es schier unfassbar, sie alle zu beherrschen. In der Gruppe der Hmong wird auch nochmals unterteilt in Weiße Hmong, Blaue Hmong und Schwarze Hmong.

Die Lisu

Wer auf “Eintracht Frankfurt” oder “Bayer 04 Leverkusen” steht, wird sich hier extrem wohlfühlen. Die Frauen dieses Bergdorfes tragen rote Kleider und schwarze Hosen – ein Mekka für entsprechende Fußballfans! Und die Lisu lieben es zu feiern. Alleine das Neujahrsfest nimmt oft epische Ausmaße an. In die Thai-Gesellschaft sind sie perfekt integriert. Wie so viele Bergvölker entstammen sie aus Osttibet oder dem Süden von China – Provinz Sichuan oder Yünan. Sie befassen sich primär mit dem Reis- und Genüseanbau – aber auch immer noch mit dem Anbau von Schlafmohn, den ihnen ausländische Drogenkartelle abkaufen.

Die Yao (Mien)

Die Yao, die man auch Mien nennt, gelten als das Bergvolk, welches am fortschrittlichsten aufgestellt ist. Einst aus der Provinz Guangxi im Süden von China nach Thailand eingewandert, haben sie nicht nur ihre eigene Sprache, sondern auch eine eigene Schrift. Neben Thailand finden sich die Pantheisten und Ahnenverehrer der Yao auch in Burma, Vietnam, Südchina und Laos. Ihre religiöse Heimat sehen sie vielfach im Taoismus.

Als weitere Völker der Berge Thailands sind die Khmer, die Htin (auch Lua) und weitere Untergruppen der Shan (Thai Loi und Thai Long) wie auch der Kamu bekannt.

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