Gleichzeitig nehmen junge Männer diesen besonderen Tag zum Anlass, um für einen begrenzten Zeitraum selbst ins Kloster einzutreten, ohne sich dabei aber als Mönch auf Lebenszeit zu verpflichten. Dennoch wird so ein Rückzug vom Alter oft mit speziellen Ordinationsfeierlichkeiten ritualisiert. Um diese Phase innerer Einkehr und Verzicht aufs Alltagsleben zu umschreiben, wird Pāli Vasso auch manchmal als buddhistische Fastenzeit bezeichnet. Die ordinierten Mönche selbst halten sich in dieser Zeit aber nicht an bestimmte Ernährungsrituale.
Der dreimonatige Rückzug hat einen so spirituellen, wie handfesten historischen Hintergrund. Zur Regenzeit beginnen auch die jungen, zarten Reispflanzen auf den Feldern zu sprießen, die dann besonders empfindlich sind. In dem die jungen Mönche (und Männer) für diesen Zeitraum auf das Herumwandern verzichten und ihre Tempel und deren unmittelbare Umgebung nicht über Nacht verlassen, schonen sie die Felder und bringen ihren Respekt vor diesem Wunder der Natur zum Ausdruck.
Gleichzeitig bietet dies jungen Mönchen die Gelegenheit, sich in die Gemeinschaft einzuleben, mit den tempel-spezifischen Alltagsritualen vertraut zu machen und ihre Pflichten zu üben. Ein weiterer, ganz pragmatischer Grund ist nach Meinung vieler Ethnologen auch, dass es die Regenzeit den Mönchen das Reisen körperlich erschwerte und nicht ohne Risiko für ihre Gesundheit blieb. Die Festlegung auf diese drei Monate spirituellen Rückzugs erlaubte ihnen, die Gläubigen nicht zu enttäuschen und sich dabei die Mühsal nasser Wanderungen zu ersparen.
Ubon Ratchathanis Kerzenfest ist nur eine der vielen Arten, Asalha Puja zu feiern, das Fest zum Gedenken an die allererste Rede Buddhas nach seiner Erleuchtung. Allen der an verschiedenen Orten in Thailand immer anders zelebrierten Rituale ist gemeinsam, dass Buddhisten den Tempeln manchmal riesige, meterhohe Kerzen spenden, die den Mönchen während ihres langen Innenaufenthaltes Licht spenden sollen. Gleichzeit sind viele Gläubige davon überzeugt, dass das Licht der Kerzenspende auf sie zurück reflektiert, ihnen Weisheit und Erleuchtung schenken wird.
Wo immer man als Backpacker in Thailand also gerade unterwegs ist, auf die eine oder andere Art gibt es auch in den kleinsten Gemeinden eine rituelle Darbietung dieser symbolischen Lichter, die den Mönchen ihre Monate des Rückzugs erhellen und die Tempel freundlicher gestalten sollen. An vielen Orten kommen noch weitere Gaben an Alltagsgenständen hinzu, die die Mönche in dieser Zeit gebrauchen könnten. Es lohnt sich, einmal bei Touristeninformationen oder lokalen Restaurants nachzufragen, ob man einer solchen Zeremonie beiwohnen kann.













