Pha Taem Nationalpark

Der Pha Taem Nationalpark

Die Wiege des Isaan

Ganz im Osten Thailands endet das Land nicht abrupt. Es fällt ab. In Stufen aus Sandstein. Unten glitzert der Mekong, gegenüber beginnen die Hügel von Laos. Und irgendwo zwischen Klippenkante und Flussufer erzählen rote Linien von Menschen, die hier lebten, lange bevor es Straßenkarten gab.

Pha Taem ist berühmt für seine prähistorischen Felsmalereien. Doch der Nationalpark ist mehr als ein „Ort mit Bildern“. Er ist ein Grenzraum. Geologisch. Historisch. Und ganz wörtlich, weil der Mekong hier über viele Kilometer die Grenze markiert.

Lage und Umgebung

Der Pha Taem Nationalpark liegt in der Provinz Ubon Ratchathani im äußersten Osten des Isaan. Das Schutzgebiet umfasst rund 340 km² und reicht bis an den Mekong heran. Der Fluss bildet im Osten und Norden über lange Strecken die natürliche Grenze zu Laos.

Die Landschaft wirkt auf Karten harmlos. Vor Ort ist sie dramatischer. Plateaus wechseln sich mit steilen Hängen ab. Klippen brechen zur Mekong-Ebene hin ab. Kleine Bäche schneiden sich in den Sandstein und enden in Wasserfällen – besonders dann, wenn die Regenzeit gerade erst nachlässt.

Klippen, Sandstein und trockener Wald

Typisch für den Park sind Sandsteinterrassen und einzelne Felsinseln, die wie zufällig in der Vegetation stehen. Der Wald ist vielerorts ein lichter Dipterocarpenwald. Am Boden liegen Felsplatten. In den Nischen wachsen saisonale Blütenpflanzen. Nach Regen erscheinen sogar fleischfressende Arten wie Sonnentau.

Sonnenaufgang am Rand Thailands

Viele Reisende kommen früh. Sehr früh. Denn Pha Taem gilt als einer der schönsten Orte, um die Sonne über Thailand aufgehen zu sehen. Der Blick geht nach Osten. Erst färbt sich Laos grau-blau. Dann schiebt sich ein heller Streifen über den Mekong.

Ein weiterer, berühmter Aussichtspunkt liegt im Gebiet Pha Chana Dai. Wer dorthin möchte, sollte die Straßenverhältnisse ernst nehmen. Für manche Abschnitte ist ein Geländewagen sinnvoll, besonders nach Regen.

Die Wandmalereien von Pha Taem

Die Hauptattraktion sind die prähistorischen Malereien am Fuß der Klippe. Sie gehören zu den ältesten und bekanntesten Felskunststätten der Region. Der Bildfries zieht sich über lange Strecken entlang der Felswand. Die Motive wirken überraschend modern: Fische, Tiere, Menschen, Hände, Werkzeuge, geometrische Zeichen.

Was die Bilder zeigen

Viele Szenen spielen am Wasser. Das passt zur Lage am Mekong. Man erkennt Netze und Fischfang. Man erkennt Bewegung. Und man erkennt, dass hier nicht nur „gezeichnet“ wurde. Hier wurde erzählt.

Wie man die Malereien besucht

Der Zugang erfolgt über markierte Wege nahe dem Besucherzentrum. Rechnen Sie mit Treppen und kurzen Wanderpassagen. Unter dem Überhang ist es oft schattig. Nach Regen kann der Boden rutschig sein.

Wichtig ist Respekt: Nicht berühren. Nicht anlehnen. Kein „besseres Foto“ erzwingen. Die Farben sind erstaunlich haltbar – aber nicht unverwundbar.

Sehenswürdigkeiten im Pha Taem Nationalpark

Der Park ist kein einzelner Spot, sondern ein Mosaik. Neben den Malereien gibt es Felsformen, Wasserfälle, Höhlen und Aussichtspunkte. Zwei Bereiche sind für viele Besucher besonders leicht zugänglich: das Gebiet um das Hauptquartier und das Areal rund um die Wasserfälle im Norden.

Sao Chaliang: Steinpilze aus Sandstein

Schon auf dem Weg zum Besucherzentrum wartet eine der bekanntesten Formationen: Sao Chaliang. Wind und Wasser haben hier monolithische Säulen modelliert, deren Köpfe wie Pilze wirken. Manche stehen in Reihen. Andere erscheinen wie Einzelgänger. Ein kurzer Spaziergang reicht, um die Formen aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen.

Pha Taem

Wasserfälle: Soi Sawan und Sang Chan

Der bekannteste Wasserfall ist der Soi Sawan. Er wirkt wie eine Kaskade aus zwei Armen, die sich kurz vor dem Sturz vereinen. In der späten Regenzeit führt er deutlich mehr Wasser. Dann ist auch die Umgebung am grünsten.

Ein zweites Highlight ist der Sang Chan-Wasserfall. Hier fällt das Wasser nicht einfach über eine Kante. Es tritt durch eine Öffnung im Fels. Am Nachmittag kann das Licht so stehen, dass die Tropfen im Strahl zu glitzern scheinen.

Höhlen und weitere Malereistellen

Neben Pha Taem gibt es weitere Malereigruppen und Plätze im Park, etwa bei Pha Kham oder anderen Klippenabschnitten. Dazu kommen Höhlen wie Patihan Cave und Muet Cave. Wer mehr Zeit hat, macht aus dem Besuch einen ganzen Tag.

Die Wildblumenfelder im Nationalpark

Ein Pha-Taem-Moment passiert nicht an der Klippe, sondern am Boden. Zum Ende der Regenzeit, meist Oktober bis Dezember, erscheinen in bestimmten Arealen bunte Teppiche aus Wildblumen. Manche sind winzig. Viele leuchten kräftig. Und einige wirken so filigran, dass man sich fragt, wie sie auf Stein überleben.

Besonders bekannt ist das Blütenfeld im Gebiet Dong Na Tham. Dort tragen einige Arten sogar königliche Namen. Zu den auffälligen gehören etwa Dusita (violett) und Soi Suwanna (gelb). Wer fotografieren will, kommt am besten morgens oder am späten Nachmittag. Dann ist das Licht weicher.

Tierische Bewohner im Park

Große Säugetiere sind im Park selten. Der Lebensraum ist trocken und vielerorts offen. Häufiger sind kleinere Arten: Zibetkatzen, Hasen, Muntjaks und andere Bewohner der Dämmerung. In der Trockenzeit, wenn der Mekong niedrig steht, tauchen Tiere manchmal näher am Ufer auf.

Vogelbeobachter werden eher fündig. Am Fluss und in Waldlichtungen zeigen sich Eisvögel, Greifvögel und viele kleinere Arten. Ein Fernglas lohnt sich.

Parkverwaltung, Campingplätze und Co. im Pha Taem NP

Das Besucherzentrum liegt auf einer Sandsteinterrasse und ist ein guter Startpunkt. Vor Ort gibt es einfache Infrastruktur: kleine Shops, Essen, Souvenirs. In mehreren Bereichen sind Unterkünfte und Camping möglich, unter anderem nahe dem Parkbüro sowie bei Soi Sawan und im Dong-Na-Tham-Gebiet.

Mobilfunkempfang ist im Park je nach Netz und Standort unterschiedlich. An den Hauptbereichen funktioniert er meist, an abgelegenen Wasserfällen kann er schwächer sein.

So kommt man zum Pha Taem Nationalpark

Ausgangspunkt ist oft Ubon Ratchathani. Von dort fährt man Richtung Khong Chiam und weiter zum Parkhauptquartier. Wer ohne eigenes Fahrzeug reist, nutzt Busse bis Khong Chiam und organisiert den Rest per Taxi oder Fahrer.

Für abgelegenere Ziele wie Pha Chana Dai oder manche Wasserfälle gilt: Nach Regen können Straßen rau und steinig sein. Planen Sie Puffer ein. Und starten Sie früh.

Pha Taem

Beste Reisezeit für den Pha Taem NP

Oktober bis Dezember ist für viele die beste Phase. Die Wasserfälle sind aktiv. Die Wildblumen blühen. Die Luft wird klarer.

Dezember bis Februar ist angenehm für Wanderungen. Die Tage sind warm, die Abende können frisch sein.

März bis Mai ist heiß und trocken. Dann wirken manche Flächen karger, und längere Wege werden anstrengender. Wer kommt, sollte viel Wasser dabeihaben.

Aktivitäten

  • Trekking
  • Mountainbiking
  • Bootsfahrten
  • Archäologie / Petroglyphen-Besichtigung
  • Ornithologie
  • Naturfotografie
  • Erholung
  • Picknicks am Mekong