Die Rolle der Frau in Thailand

– immer da, wo sie gebraucht wird

Rein theoretisch sind Männer und Frauen in Thailand seit der Verfassung aus dem Jahr 1977 gleichgestellt – aber in der Realität sieht dies natürlich – wie in so vielen Ländern – ganz anders aus. Ja, die Frau ist hochrespektiert und wird verehrt, doch Thailand ist immer noch ein stark patriarchisch geprägtes Land – kurz: der Mann ist Boss, zumindest offiziell.

Innerhalb des Familienlebens sieht es allerdings doch anders aus. Die Frau ist nicht nur das Oberhaupt der Familie, mittlerweile trägt sie auch noch zum Lebensunterhalt bei. Immerhin gingen 2012 fast 64 % der Frauen einer Arbeit nach, neben all den familiären Verpflichtungen wie die Kindererziehung, Kochen und natürlich der Haushalt.

Die Geschichte der Frauenrechte

Ein thailändisches Sprichwort besagt, die „Frau ist die Hinterbeine des Elefanten“ – oder, wie wir es im europäischen Raum ausdrücken: „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine geduldige Frau“.

Und so mag die Frau zwar offiziell die gleichen Rechte wie der Mann haben, aber die Wirkleichkeit sieht es doch immer noch anders aus. Frauen haben schlechteren Zugang zur Bildung (nur ca. jede dritte Thai-Frau besucht die Sekundarstufe) und werden auch bei gleicher Arbeit wesentlich schlechter bezahlt.

Dabei war Thailand eines der ersten Länder im südostasiatischen Raum, welches Frauen das Recht zu Wählen gewährte, und das schon im Jahr 1932 – lange vor Deutschland beispielsweise! Und auch, wenn sich Frauen zu politischen Wahlen aufstellen lassen dürfen, so saßen 2012 gerade einmal knappe 13% Frauen im thailändischen Parlament. Aber immerhin hatte man von 2011 – 2014 mit Yingluck Shinawatra eine weibliche Premierministerin (auch wenn das für sie nicht unbedingt gut ausgegangen ist).

Westliche Einflüsse in den Städten, traditionell auf dem Land

Viele thailändische Frauen, die in Städten wie Bangkok, Chiang Mai oder auch Phuket leben, haben ihren Lebens- und auch Kleidungsstil längst an „westliche“ Vorbilder angepasst. So sieht man hier immer häufiger auch Frauen in Hosen, was lange Zeit als absolutes Tabu galt.

Viele Frauen kommen aus den Dörfern vom Land in die Städte, um hier einen Lebensunterhalt zu verdienen. In vielen Fällen, obwohl es mittlerweile verboten ist, auch als Prostituierte. Eine Studie hat ergeben, dass rund 1% der Frauen in Thailand schon einmal einer Beschäftigung als Prostituierte nachgegangen sind. Die Gründe dafür sind simpel: die Bezahlung ist wesentlich höher als in anderen Berufen und die Frauen erarbeiten innerhalb kurzer Zeit große Summen, mit denen sie sich hinterher zurück im Dorf ein Leben aufbauen können. Auch Prostitution, um ein Studium zu finanzieren wird immer häufiger als „Ausweg“ für thailändische Mädchen gesehen.

Auf dem Land gelten oftmals noch die alten Traditionen und Bräuche. Die Frau kümmert sich um den Haushalt, die Felder, die Erziehung, eigentlich um alles. Das liegt auch oft daran, dass die Männer über Monate hinweg woanders arbeiten gehen. Dann liegt es an den Frauen, das Familienleben weitergehen zu lassen – inklusive dem Erwirtschaften des Lebensunterhalts.

Frauen und ihre Rolle im Buddhismus

Es sind nicht nur die gesellschaftlichen Traditionen, in denen die Frau hinten ansteht, auch durch die Religion wird ihr eine untergeordnete Rolle zugewiesen. Um nur ein kleines Beispiel zu nennen: im Theravada Buddhismus muss eine Frau, um irgendwann ins Nirwana zu kommen, zuerst als Mann wiedergeboren werden.

Und es ist Frauen in Thailand nicht nur verboten, einen buddhistischen Mönch zu berühren, sie darf nicht einmal im Bus oder Zug neben ihm sitzen.

Wenn man jetzt bedenkt, dass viele Jungen ihre Kindheit in einem buddhistisches Kloster verbringen, wo sie ausgebildet werden, wird plötzlich klarer, warum Mädchen wesentlich schlechtere Bildungschancen haben, denn für sie gibt es diese Möglichkeit nicht.

Viel Raum für Verbesserung

Ein großes Problem ist immer noch die unzureichende Verfolgung und Aufklärung von Gewaltverbrechen gegen Frauen, sowohl in der Ehe als auch außerhalb. Die Vergewaltigungszahlen sind gestiegen, doch Studien zu Folge zeigen gerade einmal 5% der Frauen überhaupt eine Vergewaltigung an.

Sexuelle Belästigung wurde zwar 1998 unter Strafe gestellt, doch nur wenige Fälle werden wirklich aufgeklärt oder überhaupt erst Ernst genommen.

Auch wenn die Frau in Thailand als Mutterfigur hochstilisiert wird, so ist ihre Rolle in der Realität, wie in den meisten anderen Ländern auch, eine andere. Doch man kann sagen, dass sich zumindest in den letzten Jahrzehnten einiges getan hat, was die Frauenrechte in Thailand angeht.

Einen Teil hat man sicherlich auch dem kürzlich verstorbenen König Bhumibol und seiner Frau Sirikit zu verdanken, die nicht nur für die Eröffnung zahlreicher Schulen auch für Mädchen gesorgt haben, sondern auch durch spezielle Programme die Frauen Thailands unterstützen.

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