Schummeln in der Schule

High-Tech Geräte in Thai Schulen zum Schummeln missbraucht

Wer glaubt, die Thai wären hinter der Zeit, wenig einfallsreich oder gar knauserig, wenn es um das „Spicken“ in der Schule geht, der irrt gewaltig. Im Gegenteil. Der aktuelle Fall beweist nachdrücklich und sehr eindrucksvoll, wie gewitzt die Sprösslinge der Thai-Elite sind, um ihren Noten einen Boost zu verpassen! Dieser Einfallsreichtum sorgte sogar dafür, dass die Rangsit University von Bangkok die Termine für anstehende Prüfungen verschieben musste!

Schummeln wie James Bond!

Brillen mit einer eingearbeiteten Kamera zur Weiterleitung von Fragen und Smartwatches, auf welche die Lösungen der Prüfungsfragen gesendet wurden. Das Equipment, was sich liest wie aus einem James Bond Film, sollte drei Studentinnen der medizinischen Hochschule in Thailand durch die Prüfungen helfen. Absolut richtig, es waren weibliche Studenten, die so viel Einfallsreichtum an den Tag legten. Sie hatten das High-tech Equipment kurzerhand zu „Schummel-Werkzeugen“ umfunktioniert. Und das blieb nicht ohne Folgen. Als der Schwindel aufflog, sah sich die Rangsit University von Bangkok genötigt, die für Samstag und Sonntag angesetzten Prüfungen im Bereich der Medizin und Zahnmedizin überraschend abzusagen.

Schummeln eine Art Volkssport in Thailands Schulen und Universitäten

Das Problem mit der Schummelei und Versuchen, sich einen Vorteil bei Prüfungen zu verschaffen ist nicht neu in Thailand. Es gilt eher als eine Art von Volkssport. Aber der Einsatz von hochtechnisiertem Gerät, wie es die drei erwischten Studentinnen nun umgesetzt haben, das ist neu. Das Schummeln lief dabei wie folgt ab: über die Kameras nahmen die pfiffigen Studentinnen die Prüfungsausgaben auf den Testbögen auf und sendeten sie nach „draußen“. Dort wurden die Bilder empfangen, die Lösungen erarbeitet – also ergoogelt – und die richtigen Antworten auf die Smartwatch geschickt. Das hat dann tatsächlich eine neue Qualität. Verwunderlich nur, dass vorher niemand darauf gekommen ist!

Ein neues Level der Betrugsversuche

„Das ist eine ganz neue Qualität, eine neue Dimension und ein völlig neuers Level der Schummelei und des Betrugsversuches, bei dem solche High-tech Geräte eingesetzt werden“, sagte Kittisak Tripipatpornchai von der Universität. „Dass abgeschrieben wurde, das gab es schon immer und wird es immer geben. Durch den Einsatz von hochtechnisiertem Gerät werden wir in der Zukunft noch weit genauer hinschauen müssen als vorher“, fuhr Kittisak Tripipatpornchai als Direktor für akademische Standards an der Privat-Uni fort.

Verstoß gegen das gute Benehmen

Auch wenn Schüler gerne schummeln und spicken, so gilt es in Thailand als klare Abweichung vom erwarteten guten Benehmen der Schüler und Studenten. Schon im Kindesalter werden die jungen Thai dahingehend erzogen, stets respektvoll, tolerant und höflich zu sein sowie Konfrontationen möglichst zu meiden. Aber eingeweihte Stimmen sagen, das Schummeln habe eine absolute Hochkonjunktur in Thailand, da die Zulassungsprüfung das einzige Element ist, welches ausschließlich anhand des Ergebnisses über die Zulassung oder Ablehnung zur Universität entscheidet. Da ist der Druck, dass man auf jeden Fall durch die Prüfungen kommen muss, enorm.

Der Betrugsversuch war für die drei Studentinnen selbstverständlich das Ende des Zulassungsprozederes. Sie landeten auf der Sperrliste der Uni und werden am 31. Mai sowie am 01. Juni nicht zu den Examen zugelassen.

Der Plan war bis ins kleinste Detail durchgestylt

Drei falsche Studenten schmuggelten sich zuerst in die Prüfungen und nahmen die Fragen über die Kameras auf, die in den Brillen versteckt waren. Nach einiger Zeit verließen Sie den Raum und sendeten die Prüfungsfragen an das Notebook einer weiteren Person. Diese Fragen wurden dann mit Lösungen versehen an die besagten drei Studentinnen weitergeschickt, die an einer anderen Uni eingeschrieben waren. Die Fragen, die noch fehlten, wurden Zug um Zug an die Smartwatches geschickt, welche die Mädchen trugen und die sich immer noch im Prüfungsraum befanden.

Nachdem die erste Uhr den Aufsichtspersonen auffielen, wurde sie am Samstagmorgen beschlagnahmt. Dadurch alarmiert wurde genauer geschaut und in der Prüfung am Nachmittag tauchte erneut eine solche Uhr auf. Die dritte Studentin mit einer solchen Uhr fiel am Sonntag auf, wo auch zwei Kamerabrillen beschlagnahmt wurden. Wie Kittisak mitteilte, wollten sich die drei Studentinnen mit der Ausgabe für das Equipment, die bei 800.000 Baht (THB), umgerechnet 20.000 Euro, lag, eine 100-prozentige Garantie für das Überstehen der Prüfungen erkaufen.

Hochschulen rüsten gegen das Schummeln auf

Die Betrugsversuche bei Zulassungsprüfungen in Thailand haben derartige Ausmaße angenommen, dass die Hochschulen nun selbst massiv mit technischem Equipment aufrüsten, um dem Schummeln den Kampf anzusagen. Die Chulalongkorn University hat zum Beispiel Deckenkameras in manchen Prüfungsräumen installieren lassen, während die Kasetsart University „Anti-Schummel-Hüte“ einsetzt, die wie eine Art „Scheuklappen“ bei Pferden arbeiten. Es wurden tatsächlich A4-Blätter an einem Stirnband befestigt, was das Schielen nach recht und links unterbinden sollte.

Der Unipräsident der Rangsit University von Bangkok, Dr. Arthit Ourairat, hat die Bilder des sichergestellten Equipments auf Facebook verbreitet und fand sich damit urplötzlich – und eher ungewollt – im Zentrum des medialen Interesses in Thailand. „Wenn du nicht in der Lage bist, dein eigenes Leben in die Hand zu nehmen, dann verdienst du es nicht, einen Doktortitel zu erhalten, denn immerhin bist du als Mediziner für das Leben Dritter verantwortlich“, wurde als Reaktion auf die Bildveröffentlichung via Facebook gepostet.

Die Eltern wussten angeblich nichts vom Betrugsversuch und vom Equipment

Als die Eltern der High-tech Schummel-Studentinnen mit den Offiziellen der Uni zusammentrafen, wurden intensiv über den Betrugsversuch diskutiert. Der Vater eines weiblichen James Bond aus Thailand sagte dabei, er habe nicht die mindeste Ahnung gehabt, dass seine Tochter einen Betrugsversuch vornehmen würde und er wisse auch nichts von diesem High-tech Gerät. Kittisak sieht das eher skeptisch: „Das soll dann bedeuten, dass eine angehende Studentin in der Lage ist, die Kosten von 800.000 Baht (20.000 Euro) selbst zu bezahlen? Sicher?“

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