Ade Bangkok! Mit dem Auto Richtung Phuket

Reisebericht

Bangkok Phuket KarteNach vier Tagen Bangkok voller Tempelbesuche, exzessiven Shoppingtouren – unter anderem auf dem Asiatique the Riverside und den vielen, vielen Nightmarkets – und jeder Menge genialem Thai Food war es langsam an der Zeit, der thailändischen Hauptstadt den Rücken zuzukehren und endlich Richtung Phuket zu starten. Bangkok ist schön und gut, aber auch sehr hektisch und uns zog es an die traumhaften Strände der Andamanensee.

Ziel? Phuket! Fürs erste zumindest, so war der Plan. Doch wie sollten wir dahin kommen? Es gibt vier Möglichkeiten: mit dem Flieger, mit dem Bus, dem Zug oder mit dem Auto. Ich bestand darauf, dass ich etwas vom Land sehen möchte, aber Bus und Zug waren mir erstens zu unflexibel und zum anderen auch nicht bequem genug. Ich mag es, wenn ich zwischendurch einfach mal einen Halt einlegen und die Gegend bestaunen kann.

Also entschlossen wir uns dazu, die Reise von Bangkok nach Phuket mit dem Auto anzutreten – allerdings mit Fahrer. So konnte ich mich voll und ganz auf die Landschaft konzentrieren und Ausschau nach der nächsten Aussicht zu halten.

872 Kilometer in den Süden

So weit ist es von Bangkok bis nach Phuket und meine thailändische Freundin hat mir gesagt, wenn ich nur früh genug losfahren würde, dann könnte ich es noch vor Sonnenuntergang bis auf die Insel schaffen. Herausforderung angenommen!

Also organisierten wir den Wagen, der uns am nächsten Tag um 5.30 vor dem Hotel einsammeln sollte und tatsächlich war der Fahrer auf die Sekunde pünktlich vor Ort. Alles verstaut, und los ging die Fahrt Richtung Süden. Als ersten Halt hatte ich Hua Hin auf dem Radar, den „Badeort der Schönen, Reichen und Royalen“.

Und wir hatten Glück, wie mir unser Fahrer erzählte, denn wir kamen aus Bangkok raus, bevor die übliche Alltagshektik begann – und die Highways rund um die Hauptstadt verstopfte. Und da es unter der Woche war, kamen wir nach Bangkok gut voran.

Nach rund zwei Stunden Fahrt tauchten am Straßenrand immer mehr Obststände auf, wo man frische Lychees kaufen konnte (übrigens für die Hälfte des Preises, den wir noch in Bangkok gezahlt hatten!), herrlich süß und reif. Das half zwar, den ersten nagenden Hunger zu dämpfen, aber ich freute mich schon aufs Frühstück in Hua Hin.

Erster Halt: Hua Hin

Schön war’s! Und lecker! Unser Fahrer Tul war echt ein Glückgriff, denn er kannte definitiv die besten Snackbuden unterwegs. Fragt mich nicht, wie der Laden hieß, in dem wir zum Frühstücken anhielten, aber er war direkt am Strand, mit den so typischen Plastikstühlen und niedrigen Stühlen und riesigen Portionen.

Ich war fast versucht, noch ein wenig länger zu bleiben, um mir zumindest den Bahnhof in Hua Hin und vielleicht auch die Sommerresidenz der königlichen Familie anzusehen, aber wir hatten ein Ziel vor Augen, und das wollte ich unbedingt einhalten. Also wieder ab ins Auto und weiter ging die Reise. Der Verkehr hier war so gut wie nicht-existent und wir konnten durchweg mit rund 120 kmh durch die Landschaft brausen. Und die war, wenn ich ehrlich sein soll, nicht ganz so beeindruckend.

Das Einzige, was auf der – teils doch recht monotonen Fahrt – deutlich wurde: je weiter man in den Süden kommt, umso grüner wird es um einen herum. Die Reisfelder nehmen ab, und man sieht mehr Wald.

Fürs Mittagessen hielten wir an einer Tankstelle an, um die herum einige Garküchen bzw. Food Carts gruppiert hatten. Diesmal gab es ein verdammt scharfes Curry, ich tippe, es war Massaman Curry, wirklich sicher bin ich mir dabei allerdings nicht. Auch nicht, was das eigentlich für Fleisch war, was wir da gegessen haben. Aber ich glaube, das will ich auch gar nicht so genau wissen…

Halbzeit!

Gegen Mittag kamen wir nach Chumphon, das ungefähr auf der halben Strecke nach Phuket liegt. Hier mussten wir einige Minuten an einem Checkpunkt warten, bis wir von der Polizei durchgewunken wurden. Insgesamt kamen wir auf der Fahrt von Bangkok nach Phuket an vier verschiedenen Kontrollpunkten vorbei (drei Mal Polizei, ein Mal Militär), aber jeder Mal wurden wir sofort durchgewunken, sobald die Jungs auf den Posten uns „Farangs“ (Fremde / westliche Ausländer) sahen. Und darüber werde ich mich sicherlich nicht beschweren!

Bis Chumphon fuhren wir auf einem gut ausgebauten, zweispurigem Highway, aber das änderte sich jetzt. Die Straße wurde einspurig und statt schnurgerade durch die Pampa zu führen, wurde es jetzt sehr viel „rustikaler“.

Die nächsten 300 km ließen mich unsere 120 kmh Durchschnittsgeschwindigkeit von grad eben sehnsüchtig vermissen, denn es ging in vielen Kurven und Schlenkern durch Wälder, Wiesen und Dörfer. Und dabei hatten wir dann auch mal einen Büffelskarren für zwei Kilometer vor uns oder auch eine Herde Ziegen, die die Straßenseite wechselten – in Schneckentempo.

Was mir noch auffiel? Je weiter wir in Richtung Süden kamen, desto mehr Moscheen waren in den Dörfern zu sehen. Kein Wunder, denn in Südthailand ist die Mehrheit der Einwohner muslimischen Glaubens. Auch chinesische Einwanderer sind hier häufig zu treffen, und trotzdem schaffen es alle, die meiste Zeit friedlich zusammenzuleben.

In der Provinz Ranong – dem Grenzgebiet zu Myanmar – sah man noch mehr Kontrollen als auf der restlichen Fahrt, aber wir kamen jedes Mal einfach so durch. Wir fuhren lange Zeit am Fluss entlang, der Myanmar und Thailand voneinander trennt, und es war spannend zu beobachten, wie viel auf dem Gewässer los war.

Hallo Khao Lak, ich komme wieder!

Nachdem wir auch Ranong hinter uns gelassen hatten, kamen wir langsam aber sicher unserem Ziel immer näher. Die Straße führte oft an der Andamanensee entlang und als wir den ersten unberührten Strand  erblickten, ließ ich Tul anhalten und sprang in die Fluten! Endlich am Meer!

Das dachten sich wahrscheinlich auch all die Hotel- und Resortbesitzer, die sich hier niederließen. Wir waren in Khao Lak angekommen, und ganz ehrlich? Ich habe mein Herz verloren! Wie schön es hier ist: auf der einen Seite hat man undurchdringliche Dschungel, grüne Hügel und bizarre Felsen, auf der anderen Seite das türkise Wasser der Andamanensee. Am liebsten wäre ich gar nicht erst weitergefahren, aber das Hotel auf Phuket war schon gebucht.

Khao Lak trennt ungefähr eine Stunde von Phuket, und jetzt war es gerade mal 15.00 Uhr. Wir würden es definitiv vor Sonnenuntergang noch ins Hotel schaffen. Nach meinem kleinen Badeausflug nahmen wir den letzten Teil der Strecke in Angriff, allerdings ging es jetzt ein wenig langsamer voran. Vor allem rund um Khao Lak Stadt kam eine Menge Verkehr auf, trotzdem erreichten wir die Brücke vom Festland nach Phuket rund anderthalb Stunden später. Um fünf waren hatten wir unser Zimmer bezogen und pünktlich zum Sonnenuntergang saßen wir mit einem großen Cocktail mit Schirmchen an der Strandbar. Nach Khao Lak sind wir aber nach drei Tagen trotzdem wieder zurückgekehrt – doch das ist eine Geschichte für einen anderen Tag…