Mit dem Zug durch Thailand

Mit dem Zug durch Thailand

Wenn Sie Thailand als Urlaubsland wählen und das Land mit der Staatseisenbahn durchqueren möchten, erleben Sie auf den Fahrten durchs Land nicht nur atemberaubende Ausblicke, sondern auch ein Stück Geschichte. Und das nicht nur als Geschichte Thailands, sondern ebenso als ein Stück deutscher Geschichte in Thailand. Kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts, im Jahr 1897, war es die deutsche Ingenieurskunst aus dem Hause Krupp, welche die Weichen für den Bahnverkehr im „Land des Lächelns“ stellte, das heute rund 4.500 Schienenkilometer umfasst und mit mehr als 26.000 Mitarbeitern das größte Staatsunternehmen Thailands darstellt. Der Grundstein wurde, damals mit 265 Gleiskilometern zwischen Bangkok und Korat, von einem Deutschen gelegt, der auch dafür sorgte, dass das Schienennetz internationalen Standards entsprach.

Spannende Fahrten, grandiose Landschaften

Die Reisewilligen Thai haben die Fertigstellung seinerzeit mit großer Freude quittiert, reduzierte sich doch die Fahrtzeit von Bangkok in den Isaan gewaltig. Was vor dem Bau der Eisenbahn noch fünf bis sechs Tage an Wegstrecke in Anspruch nahm, wurde durch die thailändische Staatseisenbahn auf eine Fahrtzeit von sechs Stunden verkürzt. Über den Verkauf einiger Provinzen sah sich Thailand plötzlich in der Lage, über ausreichend Barmittel zu verfügen, welche zu Beginn des 20. Jahrhunderts umgehend in den Ausbau des Streckennetzes flossen. Dass dabei gravierende Fehler gemacht wurde, stellte sich erst viele, viele Jahre später heraus – nämlich als sich die ehemalige Provinz Terrenganu, die man an Malaysia verkauft hatte, als wahrer Schatz im Bereich des Erdöls herauskristallisierte. Petronas könnte heute theoretisch ein thailändisches Unternehmen sein und dem Land mehr als 150 Milliarden Euro an Umsatz einbringen. Doch zur Ehrenrettung der alten Königsriege muss natürlich gesagt werden, welche Bedeutung Rohöl einmal haben würde, konnte man damals nicht abschätzen.

Zugreise durch Thailand

State Railway of Thailand – mit der Staatseisenbahn durchs Königreich

Nachdem wir nun einen Blick auf die Eisenbahn-Geschichte von Siam geworfen haben, befassen wir uns mit dem Jetzt. Obwohl das Heute sich eigentlich nicht vom Gestern unterscheidet. Und das hat seinen guten Grund. England hat, das ist sicher bekannt, nachhaltigen Eindruck und tiefe Spuren in Asien hinterlassen. Der Linksverkehr hat ja seinen Grund. Nun waren aber die Engländer berühmt dafür, dass Ihre Systeme sich von denen des restlichen Europa ganz gravierend unterschieden – siehe die Maßeinheiten in Zoll und die Geschwindigkeit in Meilen. So sorgten also die Engländer dafür, dass die neuen Gleisstrecken verkleinert und alle Fahrtstrecken stets einspurig verlegt wurden. Fataler Fehler, denn dadurch war der Grundstein gelegt, dass auf den Strecken Hochgeschwindigkeitszüge ausscheiden würden. Daran liegt es auch, dass selbst heute noch die Fahrten mit den Zügen der thailändischen Eisenbahn in dem Zeitrahmen liegen, wie es in grauer Vergangenheit der Fall war. Bummelzuglevel.

Wenn Sie also etwas von der eindrucksvollen Landschaft sehen wollen, dann sind Sie hier bestens beraten. Es ist für Sie eine Reise in die Pionierzeiten des Schienenverkehrs und der ist sicher nicht gar so falsch. Wegen der fehlenden Top-Speeds haben Sie jedoch den Vorteil, dass der Preis ebenso auf dem Level alter Zeiten liegt. Das Zugfahren in Thailand ist preiswerter als preiswert – spottbillig! Und wenn Sie Zeit mitbringen oder über Nacht den Standort wechseln wollen und das zu einem Knallerpreis, ist das Ihre Lösung.