Scharf, süß, sauer, salzig – Die Geheimnisse des Thai Food

Thai FoodWas ist Ihr liebstes Thai Food? Das leckere Reisnudelgericht Pad Thai? Die scharf-saure Tom Yum Suppe? Oder doch lieber scharf angebratenes Stir-Fry Khao Pad? Kaum eine Küche ist so vielseitig, frisch, lecker und dazu auch noch gesund wie die thailändische – und das erklärt auch ihren Siegeszug, den sie in den letzten Jahrzehnten rund um die Welt angetreten hat.

Zugegeben, für unsere europäischen Mägen kann Thai Food manchmal eine Herausforderung werden, mit all der Schärfe, den exotischen Gewürzen und Kräutern, aber eines der größten Geheimnisse liegt in der Kombination und perfekten Balance der Gerichte. Wenn Sie ein scharfes Curry bestellen, sollten Sie es mit einem frischen Salat kombinieren (der in Thailand übrigens ziemlich anders aussieht als die uns bekannten „Salatbeilagen“ bestehend aus einem Salatblatt, einer Tomate und etwas Öl und Essig!), um die Schärfe auszubalancieren. Deshalb ist es auch meistens üblich, dass Sie gleich mehrere Gerichte bestellen, und diese ganz im „Family-Style“ teilen – jeder nimmt sich etwas!

Was kommt auf den Tisch?

Essen (und auch Kochen) sind in Thailand gesellige Ereignisse – je mehr Menschen dabei zusammenkommen, umso besser! Und so bestellt sich auch nicht jeder im Restaurant ein einziges Gericht für sich alleine, sondern mehrere Gerichte, die in der Mitte des Tisches aufgebaut werden, sodass sich jeder bedienen kann. Und wieder ist es die Balance der Gerichte, das Zusammenspiel von scharf, süß, bitter, salzig und sauer, das harmonisch zusammenarbeiten muss.

Jeder Gast bekommt einen Teller mit Reis – der ist einfach überall dabei! Während die Thai in Zentral- und Südthailand den duftenden Jasminreis bevorzugen, ist es im Norden eher der Klebreis, der auf den Tisch kommt und den man sonst eher von thailändischen Desserts kennt. Der Reis ist so etwas wie die Leinwand, auf denen die verschiedenen Gerichte zum Leben erwachen und die Geschmacksknospen kitzeln.

Das „perfekte“ Thai-Mahl besteht aus verschiedenen Komponenten:

  • Suppen: Meist basierend auf einer Gemüsebrühe mit vielen Geschmacksträgern wie Zitronengras, Knoblauch, Ingwer, Frühlingszwiebeln und Chilis, die über Stunden köchelt und anschließend mit Gemüse, Muscheln, Huhn, oder anderen Zutaten verfeinert wird.
  • Curries: die fertige Curry-Paste, die wir heute in den meisten Asia-Supermärkten kaufen können, werden bei thailändischen Gerichten oftmals frisch hergestellt. Dafür wird eine Paste gemischt, die aus getrockneten Chilis, Schalotten, getrockneter Shrimppaste und Knoblauch besteht. Je nach Curry kommen natürlich noch viele weitere Zutaten dazu, die zunächst ausgiebig angebraten werden – so entfalten sich die ganzen Aromen optimal. Anschließend wird die Paste mit Kokosnussmilch oder Brühe angegossen, um eine sämige Sauce entstehen zu lassen, in die anschließend das Fleisch, Seafood oder Gemüse gegeben und geköchelt wird. Man unterscheidet zwischen roten, grünen und gelben Curries, die sich in ihren Schärfegraden stark voneinander unterscheiden können.
  • Salate: Ein Salat muss dabei nicht unbedingt das bedeuten, was wir Europäer uns sonst so darunter vorstellen. Vielmehr sind es kleine Gemüsegerichte, die mit einem Dressing aus Fischsoße, Limetten-Saft, braunem Zucker und Chilis beträufelt werden (Da haben wir es wieder: salzig, sauer, süß und scharf!). Aus den gleichen Zutaten können übrigens auch Dips hergestellt werden. Je nachdem wird die Soße zudem mit Knoblauch, Schalotten, Zitronengras oder Galangal (einer „Schwester“ des Ingwers) verfeinert werden. Im Salat selbst findet sich allerlei Gesundes, wie zum Beispiel grüne Papaya. Oft werden die Salate zudem mit Fleischbeilage gereicht, beispielsweise gebratenem Rinderfleisch oder Entenbrust.
  • Snacks: Sie gehören zu jeder anständigen Reistafel dazu, die kleinen Snacks oder Fingerfood, welches in die bereitgestellten Dips und Soßen getunkt werden kann. Dazu gehören vegetarische Frühlingsröllchen, Satay-Spieße mit Erdnusssoße, Reiscracker mit einem Kräuter-Topping etc.
  • Die „Komplettmahlzeiten“ sind meist Stir-Frys, was soviel bedeutet wie „Braten & Rühren“. Dabei wird Gemüse, Fleisch, Hackfleisch oder Seafood gemeinsam mit Chilis, Knoblauch gemeinsam scharf angebraten. Frische Kräuter wie Kaffirlimettenblätter, Thai Basilikum oder Koriander verleihen dem Gericht Frische und Tiefe, während Reis und Nudeln für Gehalt sorgen.

Und dann wären da natürlich noch die Nachspeisen und Desserts, die in Thailand unglaublich süß ausfallen können. Zum Glück werden zu ihnen meist auch einfach frische Früchte serviert, die dem Dessert die Schwere nehmen und Frische verleihen.

Die regionalen Unterschiede beim Thai Food

Thai kücheWenn Sie glauben, Thai Food wäre überall im Königreich gleich, dann werden Sie überrascht sein. Jede der vier großen Regionen, Nord-, und Südthailand genauso wie der Nordosten Isaan, haben ihre ganz eigenen Spezialitäten und Kniffe, während Zentralthailand auch beim Essen ein kunterbunter Mischmasch aus allem ist.

Einer der großen Unterschiede ist die Wahl des Reises, welcher zu den Gerichten serviert wird. Im Norden bevorzugt man Klebreis, den sogenannten „Sticky Rice“, der im Rest des Landes eher für Süßspeisen genutzt wird. Auch bei den Curries gibt es Unterschiede, denn im Norden sind Curries oft flüssiger mit fast schon suppenartiger Soße. Besonders bekannt ist Lhao Soi, ein Curry mit Schwein, welches mit Tamarindpaste und Ingwer verfeinert wird. Auch die würzigen Schweinswürstchen „Naem“ oder Ook Gai, ein rotes Hühnercurry mit Zitronengras sind beliebte Klassiker der nordthailändischen Küche.

Aufgrund der fruchtbaren Ebenen und der optimalen Bedingungen in Nordthailand finden sich hier viele Gemüse und Früchte, die im Essen verarbeitet werden. Viele Gerichte zeigen zudem oft auch Einflüsse der laotischen, burmesischen oder gar chinesischen Küche auf – ein Zeichen für die Diversität, die im Norden vorherrscht.

Der Süden Thailands wird – logisch, wenn man an die fischreichen Gründe im Golf von Thailand und der Andamanensee denkt –  sehr viel Seafood verarbeitet. Shrimps, Muscheln, Hummer, Tintenfisch, Thunfisch, Krebse und Jakobsmuscheln sind von den Speisekarten in Koh Samui, Koh Phi Phi oder Phuket kaum wegzudenken. Das Seafood wird meist entweder gedämpft oder gegrillt, eine besondere Leckerei sind die in Bananenblättern gegrillten Fischfilets.

Südthailand ist muslimisch geprägt, Schweinefleisch werden Sie hier also eher weniger antreffen, aber dafür viel Huhn, Rind oder Lamm.  Die Curries sind oft cremiger, weil gerne und häufig zu Kokosnussmilch gegriffen wird. Probieren Sie unbedingt Tom Yam, die scharf-saure Suppe mit Zitronengras und Chilis!

Der Isaan – also der Nordosten Thailands– gilt als ärmste Region im Königreich. Hier erwarten Sie exotische Zutaten wie Schnecken im Curry oder fermentierter Fisch. Der wird gemeinsam mit einer scharfen Curry-Paste serviert, was überraschend würzig und komplex schmeckt. Im Isaan werden Sie auch öfter Laab serviert bekommen, Hackfleisch aus Rind oder Huhn, welches scharf gewürzt wurde. Ein Klassiker, der es vom Nachbar Laos aus in den Isaan geschaft hat, sind die knusprigen Pfannkuchen, die mit Bohnensprösslingen, getrockneten Shrimps und allerlei anderen frischen Zutaten gefüllt werden.

Die Kräuter und Gewürze der thailändischen Küche

Ein weiser Mann hat einmal gesagt: „Mit Chilis, Knoblauch, Limettensaft und Fischsoße kann ich eine Millionen Gerichte zaubern“ – und er hat damit wahrscheinlich sogar noch untertrieben.

Chilis sind definitiv die „Grundpfeiler“ des Thai Foods, kaum ein Gericht kommt ohne zumindest eine kleine Brise Chilis aus. Dabei gibt es verschiedene Sorten, die sehr unterschiedliche Schärfegrade aufweisen können. Die Schärfste ist Phrik Khi Nu, die zugleich auch die kleinste Chili ist. Phrik Chi Fa sind ein wenig größer und dafür deutlich milder. Es gibt sie in rot, grün und gelb (was dann auch die verschiedenen Farben der Curries erklärt) und sie ist wohl die geläufigste Sorte in Thailand. Ein Vorteil: Chilis regt die Blutzirkulation an und soll vor Herzkrankheiten und Krebs schützen können.

Und wo Chilis sind, ist der Knoblauch nicht weit weg. Dabei wird er allerdings meist angebraten und nur selten roh verwendet, außer vielleicht in Salatdressings und Dips.  Beliebt ist auch Knoblauch-Öl, welches tröpfchenweise auf Suppen oder andere Gerichte geträufelt wird, um ihnen den letzten Schliff zu verleihen.

Die Dritten im Bunde sind Schalotten, die kleinen roten thailändischen Zwiebeln, die vor allem Currypasten eine bestimmte Süße verleihen.

Ingwer und Galangol haben beide einen scharfen, erfrischenden Geschmack, wobei beim Galangol noch zitronige Untertöne festzustellen sind. Beide werden sowohl grob gestückelt in Brühen und Suppen verwendet, fein zerkleinert in Curries und roh als Marinade für Huhn oder Rind. Ingwer wird zudem nachgesagt, dass er gegen Übelkeit helfen kann.

Im Gegensatz zur gewürz-lastigen chinesischen Küche und der recht öligen Indischen, setzt Thai Food vor allem auf frische Kräuter, die den Gerichten eine Leichtigkeit verleihen und die Geschmacksknospen tanzen lassen.

Die wichtigsten Kräuter sind das Thai-Basilikum (auch „heiliges Basilikum“ genannt), Koriander (von dem nicht nur die Blätter und Stängel, sondern auch die Samen und vor allem auch die Wurzeln genutzt werden), Minze und Zitronengras. Die frischen Blätter werden oft als Garnitur für Salate und Curries genutzt, Zitronengras mit dem Mörser zerstoßen und in Suppen gegeben oder die Kräuter mit Öl übergossen und als aromatisierte Öle den Gerichten beigemischt. Durch die Zugabe der frischen Kräuter werden die Gerichte nicht nur geschmacklich veredlet, sie durften auch unendlich verführerisch.

Garküchen in Thailand

Garküchen in Thailand

Sie sind einfach überall: auf den Märkten, Straßenecken, vor Tempeln, am Strand: die Foodcarts und Garküchen Thailands. Doch wie können Sie die „Guten“ von den „weniger Guten“ unterscheiden? Und ist es überhaupt sicher, sich an den angebotenen Speisen zu probieren?

Generell gilt: wenn Sie sich an einige kleine Tricks halten, sollten Sie auf der sicheren Seite sein – aber natürlich gibt es nie eine Garantie, dass unsere europäischen Mägen das scharfe und würzige Thai Food auch tatsächlich vertragen. Und dann wären da natürlich auch noch die hygienischen Umstände in den Garküchen und Restaurants, die nicht unbedingt europäischen Standards entsprechen. Aber in Thailand greift da ein ganz einfaches Prinzip: wenn der Laden nicht sauber arbeitet oder verdorbenes Essen anbietet, ist er schneller pleite und durch einen Konkurrenten ersetzt, als man „Das ging aber fix“ sagen kann.

Doch wie wählen Sie nun den „Richtigen“ aus Vielen aus? Es gibt ein paar einfache, aber vielsagende Zeichen:

  • Verfügt das Restaurant oder der Foodcart über eine „offene Küche“, bei der Sie beim Kochen quasi zuschauen können? Wenn ja, gut!
  • Wählen Sie – wenn Sie die Auswahl zwischen mehreren Garküchen auf einem Fleck haben – denjenigen, wo die meisten Einheimischen anstehen. Denn die wissen meist am besten, wo sich das Anstehen lohnt!
  • Falls es keine englische Speisekarte gibt, können Sie beobachten, was angeboten wird und dann einfach freundlich darauf zeigen.
  • In der thailändischen Küche wird extrem viel Wert auf Frische gelegt – sehen Sie also beispielsweise Früchte oder gar Fleisch in der Auslage, um das Fliegen schwirren, sollten Sie wahrscheinlich lieber passen.

Man muss allerdings auch erwähnen, dass man nicht unbedingt die europäischen Maßstäbe anlegen sollte. Eine Fliege über dem Essen bedeutet nicht, dass Sie sich gerade eine Lebensvergiftung eingefangen haben. Gerade, wenn die Restaurants oft draußen servieren und dann auch noch in der Natur liegen. Ein kleines Risiko besteht natürlich immer – aber wissen Sie immer ganz genau, was in den Küchen der Restaurants zu Hause passiert? Lassen Sie sich auf das Abenteuer Thai Food ein, und Sie werden mit vollkommen neuen Geschmackskompositionen überrascht!

Viel wichtiger ist es übrigens, auf Ihre Getränke zu achten. Am besten trinken Sie Wasser NUR aus geschlossenen Flaschen. Das Wasser, was aus thailändischen Wasserhähnen herausfließt, ist kein Trinkwasser! Und da können wir gar nicht so viele Ausrufezeichen dahinter setzen, wie die Aussage im Grunde verdienen würde. Im besten Fall sollten Sie sich nicht einmal die Zähne mit dem Wasser aus dem Hahn putzen, sondern auch dabei auf Flaschenwasser zurückgreifen.

Das Gleiche gilt übrigens auch für Eiswürfel, die in manchen Restaurants und Hotels gerne einmal mit Leitungswasser hergestellt werden – es holen sich übrigens mehr Urlauber einen Infekt durch Leitungswasser als durch das Essen! Und auch dann, wenn Sie an einem Stand frische Früchte kaufen, die frisch aufgeschnitten sind (z. B. Melonen oder Papaya), ist es ratsam, diese nochmals mit Flaschenwasser abzuspülen.

Wasser in Flaschen gibt es übrigens an fast jeder Straßenecke gekühlt für nur wenige Baht zu kaufen. Ganz abgesehen von den hygienischen Vorteilen sollten Sie bei der thailändischen Hitze grundsätzlich so viel wie eben möglich trinken, um den Temperaturen standhalten und Ihren Flüssigkeitshaushalt ausgleichen zu können.

Thai Dessert

Thai Desserts – süß, cremig, verführerisch

Man findet – abseits der eher aus der chinesischen Küche bekannten und beliebten – frittierten Bananen und frischen Früchten eher selten Desserts auf den Speisekarten der Garküchen. Das liegt oftmals daran, dass die Desserts äußerst komplex sowohl im Geschmack als auch in der Herstellung sind – und es sich einfach nicht lohnen würde, diese Zeit zu investieren. Ein richtig opulentes Dessert ist in Thailand etwas, was bei hohen Feierlichkeiten oder Hochzeiten aufgetischt wird.

Aber trotzdem gibt es einige „Klassiker“ der süßen Küche, die Sie unbedingt probieren sollten, wenn Sie Ihnen in einem Restaurant über den Weg laufen. „Khao niew ma muang“ ist eines der Desserts, die man auch im Alltag öfter finden kann. Das Dessert besteht aus Klebreis, der mit einer süßen Kokosnusscreme übergossen und mit gerösteten Sesamkörnern und frischen Früchten wie z. B. Mango garniert wird.

Khanom Waan ist ein leichteres Dessert, bei dem frische Früchte mit Klebreis, Gras-Götterspeise (ja, so etwas gibt es tatsächlich und es ist köstlich!), Sirup und Kokosnussmilch vermischt und mit Crushed Ice serviert werden. Diese Spezialität finden man öfter im Süden Thailands.

Und wenn Ihnen die thailändischen Desserts zu süß sind (und süß sind sie auf jeden Fall!), dann können Sie natürlich jederzeit auf frische, aufgeschnittene Früchte zurückgreifen. Guten Appetit und viel Spaß bei der Erkundung der thailändischen Küche bei Ihrem Urlaub in Thailand!

Thailand Reiseangebote

Am besten schmeckt die thailändische Küche natürlich in Thailand. Sie sind ein Geniesser und wollen wissen wo Sie am besten Essen können. Unsere Vor-Ort Experten helfen gern. Fordern Sie ein unverbindliches Angebot an.

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